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Kühle Köpfe denken schneller

16.02.2000

Ist der Übergang von Assoziationen zu definierten Gedanken jenem quantenphysikalischen Prozess ähnlich, der kleinste Teilchen in verschiedenen Zuständen zugleich verharren und erst unter äußerem Einfluß einen definierten Endzustand annehmen sieht? Ist damit das Gehirn ein "Supercomputer"?

Waren es die schwarzen Löcher im Universum, von deren Existenz Sir Roger Penrose und sein vielleicht noch berühmterer Schüler Stephen Hawking die erst verunsicherten Kosmologen überzeugte, so postulierte Penrose auch - und löste damit natürlich heftige Diskussionen aus - , daß das menschliche Gehirn einem sogenannten Quantenrechner vergleichbar wäre.

Die den kleinsten Teilchen in der Quantenphysik zugeschriebene Eigenschaft, gleichzeitig in vielerlei Zuständen zu verharren und erst bei Kontakt mit anderen Einflüssen genau einen Endzustand anzunehmen, wurde schon von Ernst Schrödinger in seinem Gleichnis der Katze in der Schachtel beschrieben: Schrödingers mittlerweile "geflügelte" Katze könnte gleichzeitig lebendig als auch tot sein - ihr "endgültiger Zustand wird erst bei Öffnen der Schachtel manifest.

Ebenso verhält es sich nach Penroses Ansicht mit Assoziationen, unbestimmten Gedanken in vielerlei gleichzeitig relevanten Ausprägungen, die plötzlich und schlagartig zu einem definierten Gedanken werden. Dazu würde - es in Analogie zu Quantencomputern ebenso wie zu Schrödingers Schachtel - noch einer "Hardware" bedürfen, die Penrose in kleinen, unsere Zellen umkleidende Proteinröhren vermutet.

Diese Röhrchen können sowohl gestreckt als auch kontrahiert sein und damit - nach Penrose jedenfalls - auch beides zugleich. Erst der fertige Gedanke würde sie eine definierte Form annehmen lassen. Diese gewagte These wurde nun mathematisch untersucht: Die Zeitspanne, die diese Röhrchen im Zustand der Gleichzeitigkeit verharren könnten, bevor sie in eine definierte Endform fallen, betrüge den unvorstellbar kurzen Wert von 10 hoch minus 13 Sekunden.

Die schnellsten Gehirnzellen arbeiten mit zehn hoch minus drei Sekunden und sind damit zu träge für die Phase der Gleichzeitigkeit. Der Grund dafür liegt in der relativ hohen Temperatur des Gehirnes. Erst eine Kühlung auf annähernd -273 Grad Celsius würde das Gehirn auf Quantencomputergeschwindigkeit "beschleunigen"...

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