Fluoreszierende Insekten durch Genmanipulation
29.11.1999
Einen erfolgreichen gentechnischen Eingriff bei Insekten können Forscher nun an den grün fluoreszierende Augen der Tiere erkennen. Genetiker aus Bayreuth haben damit eine einfache Methode gefunden, gentechnisch manipulierte Tiere zu markieren.
Das Verfahren wurde bis jetzt an Taufliegen und Mehlkäfern getestet: Werden sie mit einem speziellen Licht bestrahlt, so leuchten ihre Augen durch einen Fluoreszenzfarbstoff grün auf. Das Verfahren wurde in der britischen Zeitschrift Nature von dem Gentiker Ernst Wimmer, Universität Bayreuth, vorgestellt.
Ob sich im Zuge eines Versuches ein neues Gen in das Erbgut eines Insekts einfügen ließ, war bis jetzt schwer zu kontrollieren, berichtet Wimmer. Mit einem Trick gelang ihm nun eine klare Markierung: Gleichzeitig mit der Erbgutveränderung und dem Gen für den Fluoreszenzstoff fügte er einen künstlichen Promoter ein, der als Starter zum Ablesen der Gene dienen soll und die Ausprägung des fluoreszierenden Proteins deutlich verstärkt. Dazu verwendet er das ursprünglich in Quallen vorkommende Protein GFP (Green Fluorescent Protein)
Nun können Forscher bei einem bestimnmten Licht das grüne Strahlen in den Augen und Augenanlagen der manipulierten Insekten erkennen. Dies ist nicht nur bei ausgewachsenen Tieren möglich, sondern auch schon bei Larven und Puppen. Wimmer sagte weiter, daß man mit dieser Methode sozusagen nebenbei viel über die Entwicklungssteuerung dieser Tiere lernen könne. Es sei damit auch möglich, die Verbreitung gentechnisch veränderter Tiere beobachten.
Zusammen mit seinen Münchener Kollegen Andreas Berghammer und Martin Klingler setzte Wimmer die Markierung bei zwei verwandtschaftlich weit auseinanderliegenden Arten, nämlich Taufliegen und Mehlkäfern ein. Das Team glaubt, mit diesem "universellen Werkzeug" einen Weg gefunden zu haben, der auch bei Wirbeltieren funktionieren könnte. Das Gen für den Farbstoff dürfte sich in ein Entwicklungsprogramm für Augen, das in der Evolution sehr alt sei, setzen. "Das müsste eigentlich überall funktionieren, wo Augen gemacht werden", ist Wimmer überzeugt.
© medizin.at
medflash u. medizin.at sind Produkte der treAngeli/ARGE teledoc.
Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind
nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwend-
ung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Ver-
vielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe
an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung
von treAngeli/ARGE teledoc ist untersagt. Es wird seitens der Urheber jede
Haftung für Inhalte und deren Auswirkungen ausgeschlossen. Wien, 1/2000