Meningitis - beim ersten Verdacht zum Arzt!
16.11.1999
Wien - Erst vor wenigen Tagen ist in Kärnten ein 17jähriger Schüler an einer Entzündung der Gehirnhäute, der sogenannten Meningitis, gestorben. "Infektionskrankheiten des Gehirns sind meist lebensbedrohend. Sie müssen sofort behandelt werden, um Folgeschäden zu vermeiden oder zu verringern", erklärt Dr. Heinz Peter Slatin vom Österreichischen Roten Kreuz.
Ausgelöst wird die Meningitis durch Bakterien oder Viren, die über den Blutkreislauf oder auf anderen Wegen in den Nervenwasserraum im Gehirn gelangen und sich dort ausbreiten. "Sind Viren die Auslöser, so bedarf es meist keiner speziellen Therapie. Die Krankheit ähnelt einer Grippe und heilt meist ohne Folgen aus", so Slatin. "Die von Bakterien ausgelöste Meningitis hingegen verläuft dramatisch und kann lebensgefährlich sein. Symptome sind heftige Kopfschmerzen im Nackenbereich, Fieber, Schüttelfrost, oft auch Übelkeit, Erbrechen und Lichtscheu. Der Allgemeinzustand wird oft als sehr schlecht empfunden. Im weiteren Verlauf können Benommenheit, Schläfrigkeit, schwere Bewußtseinsstörungen bis hin zum Koma hinzukommen. Die Symptome entwickeln sich binnen weniger Stunden bis Tage."
Besteht der Verdacht auf Meningitis ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Slatin: "Meningitis kann mit Antibiotika behandelt werden. Spätschäden oder ein tödlicher Verlauf können so vermieden werden - vorausgesetzt, daß die Behandlung so früh wie möglich beginnt."
Die Bakterien werden in den meisten Fällen durch Tröpfcheninfektion, also beim Ausatmen oder Husten, übertragen. Keime können aber auch nach einer schweren Mittelohrentzündung oder eine schweren Lungenentzündung über die Blutbahn die Gehirnhäute erreichen und dort eine Entzündung auslösen. Besonders gefährlich kann auch ein Schädelbasisbruch sein, wenn es eine offene Verbindung zwischen Gehirnhäuten und Außenwelt gegeben hat.
"Das Ansteckungsrisiko ist besonders bei Personen groß, die längere Zeit in direktem Kontakt mit dem Erkrankten waren", so Slatin. "Bei bestimmten Erregern werden diese Kontaktpersonen daher vorsorglich ebenfalls mit Antibiotika behandelt. Kinder können gegen Haemophilus influencae, dem häufigsten Erreger der Meningitis, geimpft werden. Um als Erwachsener das Risiko einer Meningitis-Erkrankung zu verringern, sollten Sie Entzündungen, z.B. des Mittelohrs oder der Nasennebenhöhlen, immer vollständig ausheilen lassen."
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